Der zweite Artikel der Artikelreihe „Natürlich Düngen“. Im eigenen Garten gibt es ebenfalls viel zu entdecken, was auf den ersten Blick unnütz erscheint. Der eigene Bio-Dünger zum Beispiel. Natürlich steht dieser nicht irgendwo in der Ecke herum. Er muss noch hergestellt werden. Und wie das im Einzelnen funktioniert, erfahrt Ihr in diesem Artikel.

Dünger aus den eigenen Garten

Manchmal sind die Dinge, die sich direkt vor den Augen befinden unsichtbar. Nicht weil sie es tatsächlich sind, sondern weil wir das Offensichtliche nicht mehr wahrnehmen können. Betriebsblind sozusagen. Wie sehen die Dinge um uns herum jeden Tag. Kein Wunder also, dass wir auch im eigenen Garten Unkraut nur als Unkraut ansehen. Dabei ist das vermeintliche Unkraut oftmals überhaupt keines. Es sind häufig wilde Kräuter, die als ‚Wildwuchs‘ in die Beete eingezogen sind und uns daher eher als lästig vorkommen. Aber das Zupfen von Unkraut kann sich doppelt lohnen. Die Beete sehen wieder schnieke aus und man erhält zugleich einen Rohstoff zur Herstellung des eigenen Bio-Düngers.

Pflanzen für Jauche und Sud

Im Artikel „Brennnesseljauche: ökologisch, kostenlos, wirkungsstark“ haben wir uns mit der Herstellung der Brennnesseljauche befasst. Doch gibt es noch etliche alternative Pflanzen, aus denen sich Jauche oder Sud herstellen lässt. Da häufigsten sind folgende Pflanzen, die fast überall in den Gärten zu finden sind oder durch den Anbau als Ernteabfall anfallen. Da wären zum Beispiel Ackerschachtelhalm, Beinwell, Brennnessel, Giersch, Löwenzahn, Rhabarberblätter und Ringelblumen. Die Herstellung von Jauche ist in jedem Fall dieselbe Prozedur.

Rezept für die Jauche

1 Kilo frische oder 100 bis 200 Gramm getrocknete Pflanzen grob zerkleinern und in ein geeignetes Gefäß geben (z.B. ein alter Eimer aus Kunststoff) und mit 10 Liter Regenwasser auffüllen. Mit einem Sieb, Netz oder Gitter abdecken. Nun braucht es etwas Zeit, um zu einer Jauche zu werden. Am besten 1x täglich umrühren und nach circa 2 Wochen ist die Jauche fertig. Die Blätter haben sich größtenteils zersetzt und an der Oberfläche ist kaum noch Schaum vorhanden? Dann sollte die stark riechende Jauche fertig sein. Mit Gesteinsmehl kann man den sehr präsenten Geruch abmildern. Das gibt es online, im Gartenhandel oder im Baumarkt zu kaufen. Die fertige Jauche darf nicht unverdünnt benutzt werden. 1 Teil Jauche wird mit mindesten 10 Teile Regenwasser verdünnt. Bei empfindlicheren Pflanzen, die gedüngt werden sollen, 20 Teile Regenwasser, Rasen mit 50 Liter. Bei kühler Witterung benötigt die Reifezeit der Jauche möglicherweise länger. Sollten Unsicherheiten bei bestimmten Pflanzen bestehen, lohnt sich ein Gespräch mit einem alteingesessenen Hobbygärtner. Dort erfährt man oft sehr nützliche Dinge. Ansonsten im Gartenfachmarkt nachfragen. Vielleicht gibt es dort einen Mitarbeiter, der nicht nur für seine eigenen Produkte wirbt, dafür mit fachlicher Kompetenz auftrumpft.

Gartenabfälle als Dünger

Auch Gartenabfälle können für die Düngung oder zum Mulchen verwendet werden. So kann man auch gut seinen Komposthaufen entlasten, damit dieser nicht überquillt.

Laub

Lässt sich wunderbar als Mulchschicht verwenden. Bei der natürlichen Zersetzung gibt es die wertvollen Nährstoffe an den Boden ab und düngt somit die Pflanzen drumherum.

Rasenschnitt

Kann entweder auf die Beete gegeben oder mit in die Erde eingearbeitet werden. Auch hier werden die Nährstoffe bei der Zersetzung abgegeben.

Holzasche

Etwa 1 Tasse Asche auf 1 Quadratmeter Beet verteilen. Besonders gut für Lehm- und tonhaltige Böden. Wertvolle Mineralien (z.B. Kalium, Magnesium) werden durch die Asche in die Erde abgegeben.

Tierhaare

Als Tierhalter hat man häufig einige Tierhaare in seiner Umgebung. Diese kann man ebenfalls als natürlichen Dünger einsetzen. Einfach in die Erde einarbeiten und fertig.

Mist/Pferdemist

Wer das Glück hat und ein Pferd sein eigen nennen kann, der hat dazu noch seinen eigene Spezial-Bio-Dünger frei Haus. Alle Anderen können von stolzen Pferdebesitzern oder Höfen aus der Umgebung kostengünstig, teilweise sogar kostenlos Pferdemist ergattern. Ein begehrter Dünger für Blühpflanzen sowie starkzehrenden Gemüse- und Obstpflanzen. Ein bis zweimal pro Jahr direkt in das Beet mischen, ist vollkommen ausreichend.

Natürlicher Bio-Dünger dem Garten

Hier gibt es garantiert noch mehr geeignete Dünger, die sich leicht selbst herstellen lassen. Die Prävalenten sind erwähnt. Der erste Artikel dieser Reihe „Natürlich düngen Teil 1: die eigene Küche“ handelt von Küchenabfällen die sich hervorragend als Bio-Dünger verwenden lassen anstatt sie in die Tonne zu werfen. Im nächsten und vorerst letzten Artikel der Serie „Natürlich Düngen Teil 3: Was die Natur zu bieten hat“ geht es um das, was der Titel schon verrät. Kennt ihr noch mehr natürliche Dünger, die sich ganz einfach selbst herstellen lassen?

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