Saat

Dieser Beitrag handelt von der Anschaffung, den Merkmalen und von der eigenen Zucht. Obendrein ein Test zur Keimfähigkeit und hilfreichen Tipps zu der Aufbewahrung von Saatkörnern. Bio oder nicht, das ist hier die Frage.

Saatgut ist nicht gleich Saatgut

Der Unterschied ist von der Qualität, dem Preis und der eigenen Einstellung abhängig. Wenn es einem egal ist, woher die Saaten stammen, darf man getrost auf die normalen Saattütchen im Bau- und Gartenmarkt oder aus Drogerie und Discounter zurückgreifen. Wer sich aber für Bioqualität begeistert, sollte darauf achten, dass es der gewünschten Qualität entspricht. Das bekannte Biosiegel ist kein Garant dafür, ob die Samen nicht doch einer Hybridsorte entstammen beziehungsweise samenfest sind. Auf Nummer sicher und etwas kostspieliger ist der Besuch bei einem Biozüchter. Dort sind keine Pestizide oder Kunstdünger erlaubt. Das ist bei echtem „Bio“ Tabu.

Zu den Tütchen gibt es Alternativen, wie etwa Pillen, Samenbänder oder Samenplatten. Der eindeutige Vorteil bei diesen Varianten liegt in der Arbeitserleichterung. Durch die Bänder lassen sich die Pflanzabstände mit Leichtigkeit einhalten. Später entfällt sogar das Pikieren, was ebenfalls Arbeitszeit einspart.

Saatgutkauf – diese Merkmale beachten

Verpackung – wichtig ist: sauber, trocken und unbeschädigt.
Haltbarkeit – am besten lang. Alte und abgelaufene Päckchen nicht mehr kaufen.
Aussaatzeit – Früh- oder Spätsorte. Frühsorten garantieren eine frühzeitige Ernte.
Qualität – höherwertige Samen keimen besser, sagt man.
Herkunft – regionale Sorten sind geeigneter für heimischen Boden und das Klima.
Sortenwahl – sortenfest (evtl. F1 Hybrid) oder samenrein (für Nachzucht)
Keimfähigkeit – wenn nicht angegeben selbst testen (Keimprobe).

Haltbarkeit von Saatgut

Auf Vorratshaltung lieber verzichten. Maximal so viele Samen kaufen, wie benötigt werden. Andererseits ist das nicht so leicht, wie es klingt. Wenn man sich an wenige Regeln hält, ist die Aufbewahrung trotzdem kein Problem.

1. Das Alter vom Saatgut ist ein entscheidendes Kriterium der Haltbarkeit.
2. Saatkörner in einem luftdichten und trockenen Behälter verwahren und vor Temperaturschwankungen schützen. Zudem empfiehlt sich, einen dunklen Aufbewahrungsort zu wählen, der eine relativ konstante Temperatur aufweist, die nicht zu warm ist und niemals unter 0° Celsius fällt. Ein Keller im Haus wäre dafür ideal.
3. So kann die Saat über Jahre hinweg gelagert werden. Vor der Aussaat eine Keimprobe vornehmen.

Bei der eigenen Saat verhält es sich mit der Aufbewahrung ähnlich. Die Samen aus Früchten oder Blüten waschen und gründlich reinigen. Anknüpfend trocknen, um die vorzeitige Keimung zu verhindern. An einem dunklen Ort zwischen 0° und 10° Celsius luftdicht und trocken lagern. So werden die Saatkörner 2 bis 3 Jahre haltbar sein.

Die Keimprobe – so ermittelt man die Keimfähigkeit von Saatgut

Diese Probe dient der Ermittlung, ob und wie viele Keimlinge in den Saatkörnern keimen. So erhält man einen Durchschnittswert und erfährt, ob die Samen sich entwickeln.
Und so funktioniert es:

  1. Es wird eine transparente und flache Plastikschale benötigt.
    2. Diese wird mit Watte oder Küchenpapier ausgelegt, welche mit Wasser befeuchtet werden.
    3. Zehn Saatkörner hineinlegen. Bei etwa 18° bis 20° Celsius an einem hellen Ort aufbewahren (nicht auf der Heizung).
    4. Nach 3 bis 6 Tagen sollten die ersten Samen gekeimt haben.
    5. Wenn zum Beispiel 5 von den 10 Körnern aufgekeimt sind (mit Keimblättern), liegt die Wahrscheinlichkeit bei 50% einer Keimung. 3 von 10 sind demnach 30%.

Umso höher die Probabilität in % ist, desto bessere Ergebnisse werden bei der Aussaat erzielt.

Am Ende ist es doch so

Die Gartensaison ist in den Vorbereitungen, die ersten Newsletter der Online-Händler trudeln ins Postfach und der dicke Katalog vom Pflanzenversandhaus liegt parat. Jeder präsentiert die neusten Pflanzen. Diese wachsen superschnell, die dort ist widerstandsfähig gegen alles nur Erdenkliche. Wenn ein Anfänger da den Überblick verliert, ist das kein Wunder. Bei der Auswahl aus Pflanzenreich und Saaten kommt das prompt vor. Am besten gleich mal den erfahrenen Gartennachbarn um Rat fragen.

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